Sonntag, der 18.06.2017 - 2 x Bronze und 1 x Silber bei der EM der Veteranen in Zagreb

In Zagreb fand dieses Jahr die Veteranen EM mit 790 Athleten aus 32 Europäischen Ländern statt. Auch das Judoehepaar Baur war wieder am Start, nachdem sie letztes Jahr die EM boykottiert haben, weil die Europäische Judounion die Athleten mit überteuerten Hotels versuchte abzuzocken und die beiden Leonberger zeigten einmal mehr, dass sie zur Europäischen Spitze zählen. Roman Baur startete in der Altersklasse M4 (44-49 Jahre), hatte am Donnerstag wiegen und stellte morgens fest, dass er am Tag zuvor zuviel getrunken hatte. Die Waage zeigte 76 und am Abend sollte er 73 Kilo auf der Waage haben. Somit hieß es für ihn nochmal in den Schwitzanzug und eine Stunde laufen. Das Gewicht passte am Abend und Baur konnte am Freitag morgen ins Turnier starten. Vladimir Homola aus der Slovakei hatte nicht viel Chancen. mit einer Vor-Zurück-Kombination und einem Haltegriff entschied Baur den Kampf für sich. Der Italiener Roberto Mascherucci überraschte den Deutschen mit einer schnellen Eindrehtechnik nach 10 Sekunden. Baur konnte sich gerade noch wegdrehen, lag aber einen Punkt hinten. Mit einer Selbstfalltechnik glich Baur aus. Doch zwanzig Sekunden vor Schluss drehte der Italiener nochmals einen Schulterwurf ein und warf den Leonberger Judotrainer damit in die Trostrunde. Da drehte Baur richtig auf. Den Franzosen Djamel Massaoudi besiegte er mit einer Würgetechnik, den Esten Ott Otsmann mit einem Hüftwurf, den Russen Kyrill Paseshnik mit einem Innenschenkelwurf und einem Haltegriff. Im Kampf um Platz drei ließ er auch dem Österreicher Rupert Beiskammer keine Chance. Beiskammer flog drei Würfe, bevor Baur ihn mit einer Würgetechnik besiegte und die Bronzemedaille gewann.

Am Samstag war dann die amtierende Weltmeisterin Nora Baur F2 (34-39 Jahre) -63 Kg dran und gleich im ersten Kampf kam es zur Wiederauflage des Finales der WM in Fort Lauderdale gegen die Französin Ludivine Javelle. Die Französon wollte unbedingt gewinnen und setzte die Leonbergerin mit tiefen Schulterwurfansätzen schwer unter Druck. Baur gab dann auch einen Wertung ab und konnte auch nicht verhindern, dass die Französin den gleichen Wurf nochmals versuchte, die Leonbergerin wich mit einem Kopfrad aus, was verboten ist und wurde deswegen disqualifiziert. In der unteren Gruppe fehlte eine Kämpferin und somit stand die Deutsche gleich im Kampf um Platz drei. Hier begegnete sie auch einer Deutschen, der Berlinerin Daniela Kortmann. Auch Kortmann startete mit wilden Angriffen in den Kampf, doch Baur war jetzt wacher. Die Berlinerin versuchte eine Selbstfalltechnik Baur übernahm den Angriff und gewann Bronze durch einen Haltegriff.

Am Sonntag startete Roman Baur wieder für das Deutsche Männerteam -73, doch hatte er am Abend zuvor bei einer kleinen Familiensiegesfeier etwas schlechtes gegessen und quälte sich mit mehreren Toilettengängen durch das Turnier. Trotzdem konnte er, bis auf den Finalkampf, alle seine Kämpfe gewinnen. Im ersten Kampf traf das Deutsche Team gleich auf das Ukrainische Team, den Europameister von 2016. -66 vergab Marc Taylor seinen Kampf, Baur -73 gewann durch einen Haltegriff, Mario Schult -81 gewann durch einen Innenschenkelwurf, der Verletzte Markus Utzat -90 gab seinen Kampf ab und Jens-Peter Bischof +90 Kg sicherte den letzten Punkt für das deutsche Team. Deutschland gewann 3:2.

Gegen Italien 3 lief es etwas einfacher, alle fünf Deutschen Kämpfer gewannen, wobei Utzat durch Robert Endras ersetzt wurde.

Im Halbfinale wurde es gegen Russland ein knappes Rennen. Taylor gewann den ersten Punkt. Baur flog zuerst und lag hinten, konnte aber drei Sekunden vor Schluss noch den Ausgleich mit einem Innenschenkelwurf erzielen. Somit ging es in die Verlängerung und das wünschte er sich in seinem Zustand auf keinen Fall. Nach etwas mehr als einer Minute konterte Baur einen Angriff des Russen, erhielt dafür eine Wertung und glich aus. Schult und auch Utzat, der es nochmals versuchte, gaben ihre Punkte ab. Bischof machte aber alles klar und das Deutsche Team stand zum gefühlten 10 mal dem Uralrussischen Team im Finale gegenüber. Taylor und Baur verloren ihre Kämpfe, Schult gewann durch einen Disqualifikation seines Gegners, Endras und Bischof konnten daraus aber kein Kapital schlagen und verloren ebenfalls ihre Begegnungen. Somit gewann die Deutschen Mannschaft mit Roman Baur nochmals Silber.



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